Donnerstag, 29. Dezember 2011

Chitwan National Park

Auf zum Chitwan-Nationalpark
Oder: Blut, Busse, Elefanten-Briefing und Ochsenkarren



Die Fahrt im Bus über den nepalesischen Highway von Kathmandu nach Chitwan ist für einen Nordeuropäer zumindest als "interessant" zu bezeichnen. Weniger wegen des Strassenzustands als vielmehr wegen all der LKW und Busse. Wegen der Überholmanöver. Allerdings gewöhnt man sich schnell dran und vertraut einfach nur noch dem Busfahrer.

Nach dem Blutopfer eines Mitreisenden bei einem Pausenstopp - Kopf an einem Rohr im Dunkeln angeschlagen, heftiges Bluten, aber die Wunde ist zum Glück nicht tief und der Schock nicht allzu gross - und einer Beinahe-Vollbremsung kommen wir unversehrt und hungrig im Chitwan Nationalpark an. Seit 1984 ist er als UNESCO-Naturwelterbe anerkannt, und wir wollen dort vor allem Nashörner sehen.

Untergebracht sind wir in einer einfachen Lodge, unweit des Flusses mit herrlichem Blick auf Tiere und Menschen, die zu diesem Fluss wandern. Eigene Elefanten haben sie hier in der Lodge, und so eilen wir zum "Elefanten-Briefing", damit wir mehr wissen über sie für morgen, wenn's auf Safari geht. Ich liebe Elefanten, aber wie immer bin ich nicht die Heldin - es sind die Mitreisenden, die den Elefanten einen Snack in den Mund legen und sich auf die Vorderbeine des Dickhäuters setzen, als der sich hinhockt.

Es folgen die Ochsenkarren! Während das nepalesische Volk auch hier auf den Dörfern bereits Fahrrad, Motorrad, ja sogar das ein oder andere Auto besitzt, wird unser Grüppchen in drei Karren à jeweils zwei Ochsen zu einem Nachbardorf gefahren. Die Einheimischen gucken uns verwirrt an, einige vor Schreck das Namasté vergessend. Nur die süssen, kleinen Rotznasen nehmen's gelassen oder auch sichtlich erfreut und winken und grüssen und lachen mit uns über den Ausflug im Ochsenkarren. Wir besuchen ein kleines Dorf, hören über das Leben hier. Wir staunen und machen unsere Fotos.

Der Abend wird kalt, und die gesamte Mannschaft hat sich um den Kamin versammelt, wo spontan auch das Essen eingenommen wird. Herrliche Wärme breitet sich aus. Und die Belohnungen in der Nacht sind (1) ein phantastischer Sternenhimmel fernab des Kathmandu-Smogs, (2) eine warme Bettflasche als Betthupferl unter der Bettdecke und (3) Strom genau so lange, wie ich diese Zeilen eintippe: Es ist 23.12 Uhr, und morgen muss ich um sechs Uhr aufstehen, um auf Elefanten auf Safari zu gehen ...






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