










Affenbaum
Wer kann schon sagen, dass er auf dem Heimweg von der Schule Affen gesehen hat? Echte Affen! Klein-Joseph, unser Späher, hat sie entdeckt, die Affenfamilie. Mehr als ein Dutzend sind auf dem Baum rumgehüpft.
Elijah-King eingesperrt
Unschuldig eingesperrt war er, der arme Elijah-King. Gemeinsam mit Hope und Kisake, die nun wahrlich keine Unschuldslämmer sind, fand er sich im Eingangsbereich eingeschlossen wieder. Was genau los war, weiss ich auch nicht. Teacher Milly hatte jedenfalls den Schlüssel mitgenommen. Denke, die beiden grösseren Jungs hatten was angestellt. Elijah-King sollte auf der Matratze schlafen, was er dann auch getan hat. So viel Energie wie mein lieber Elijah-King auch hat, am Nachmittag braucht er seinen Schlaf. Egal wo, Elijah findet sein Plätzchen und schlummert friedlich. So auch an diesem Nachmittag und obwohl eingesperrt.
Teacher Milly leistet Abbitte und trägt den kleinen König persönlich zur Mummy zurück. Und da lacht er doch längst wieder!
Bibliothek - Vorlesen - Englischunterricht - Babyclass - Clubkoordination
In dieser Woche hab ich die Bibliothek fertig eingerichtet, sortiert. Jetzt müssen nur noch Kleinigkeiten gemacht werden, und ich kann sie offiziell übergeben. Vorher muss ich eine Möglichkeit finden, den Bibliothekar davon zu überzeugen, dass er die Bibliothek nicht als sein persönliches Ablagezimmer benutzt. Positiv denken!
Zwischendurch habe ich wie so oft und so gerne in der Schule in der Baby und der Top Class Geschichten vorgelesen. Die meisten Kinder lieben Geschichten. Ich stehe vorne mit einem grossen Buch in der Hand mit vielen Bildern, die sie neugierig und entzückt angucken. Mitunter spiele ich Elemente der Geschichte vor, oder bitte ein Kind mitzuspielen. So langsam krieg ich ja raus, was sie mögen, was sie können und wie ich sie bei Laune halte - und ganz nebenbei wie sie was lernen.
Und dann bat mich Teacher Juliet, sie für eine Stunde zu vertreten. P1, die erste Klasse, in der ich bereits öfter mit drin war. Juliet hatte ein Arbeitsblatt vorbereitet mit einer Zeichnung, einzelnen Wörtern und Wörtern, die einzusetzen waren. Naja, es war wohl noch ein bisschen zu schwer, das mit den "Three bees are flying over the tree". Aber Juliet führt sie hin. Ich bin beeindruckt, wie sie in der darauffolgenden Stunde die Uebung so abwandelt, so dass die Kinder es verstehen.
Wie jeden Donnerstag bin ich auch diese Woche bei den Kleinsten von Kids of Africa gewesen. Ich liebe sie, diese kleinen Persönlichkeiten mit den grossen Augen - wenn sie nicht grad ins Höschen gemacht haben, wenn sie nicht grad ohrenbetäubend und wegen nichts und wieder nichts weinen, wenn sie's nicht grad auf meine Brille oder die Kamera abgesehen haben, wenn sie nicht grad auf dem Spielplatz einen Mini in Sand einbuddeln, wenn sie nicht grad wie die Wilden auf dem kleinen Karussel rumturnen, während ich die Oberaufsicht hab. Meistens hab ich sie ganz schrecklich lieb.
Neu im Angebot ab dieser Woche bei Kids waren die Nachmittagsclubs. Nach ersten Startversuchen im September mit von uns Volontären durchgeführten Nachmittagsaktivitäten, anschliessender Verlagerung der Aktivitäten in die Häuser im Oktober, sind wir jetzt dabei, ein reichhaltiges Nachmittagsprogramm anzubieten. Neben den Volontären sind auch die Kids-of-Africa-Lehrer mit von der Partie. Die Club-Palette reicht von Malen und Basteln über Spiele und Sportaktivitäten bis hin zu Schreinern und Korbflechten. Dazu kommen Hausaufgaben- und Lesenachhilfe. Meine Aufgabe war, alle Kinder den Clubs zuzuordnen und das Ganze zu koordinieren. Bisher sieht's gut aus - bloss wie ich sie alle in die nur zwei Backkurse einbauen soll, das weiss ich noch nicht. Denn natürlich haben sich fast alle zum Backen eingetragen ...
Musevenis Wahlplakat
Auf dem Weg zur Schule hab ich eine seltsame, lustige Frau im traditionellen ugandischen Gewand getroffen. Sie stand vor dem "Haus" unserer geliebten Jennifer. Das Besondere an der ugandischen Dame war, dass sie das aktuelle Wahlplakat Musevenis in einer Hand und eine grosse rosafarbene Tasche in der andern Hand hielt. Ob ich ein Foto machen dürfe, hab ich gefragt, und sie hat lächelnd posiert, während Jennifer sich schlappgelacht hat. Scheinbar ist die Dame ein wenig verwirrt. Sie war jedenfalls liebenswürdig und überglücklich, dass ihr Posieren mit einer Münze honoriert wurde. Ein originelles Original.
Speech Day bei All Nations
Kurz vor Ende des Schuljahres im November veranstaltet die All Nations Schule den sogenannten Speech Day, einen Nachmittag, an dem Schulaufführungen stattfinden mit Gesang und Tanz sowie selbstverständlich jeder Menge langer Reden. Ich sass im Publikum und hab mich vergeblich bemüht, Moses zu überreden, doch bitte bei seiner Top Class Klassenaufführung (Singen und Reimen) auf der Bühne dabeizusein. Nein, keine Chance. Kleiner Dickkopf.
Dann wurden wir alle hungrig, kein Wunder da bereits Nachmittag. Von der Schule war keine Verpflegung für die Besucher vorgesehen, und längst waren alle Mandazi und Chapati ausverkauft. So haben die umliegenden Mini-Shops wohl das Geschäft des Jahres gemacht und ihre Süssigkeiten an die pilgernden Kinder verkauft.
Später kamen dann einige Vorschulkinder von Kids of Africa sowie eine Mutter, um beim Speech Day zuzusehen. Und Joy, die ich eher als lautes, lustiges Kind kenne, war auffallend schweigsam. Ich wusste, dass sie bereits einen Probedurchgang an der Schule gemacht hatte. Mit dem Ergebnis, dass sie alleine den Schulweg zurück zu Kids gegangen war, weil sie mit dem Essen und wohl diversen anderen Dingen bei All Nations nicht zufrieden war ... ein störrisches Kind. Hat toll den Weg nach Hause gefunden. Aber nicht reif für die Schule damals. Und nu soll sie doch bitte endlich in die Schule gehen, sie weiss es. Und sie will es.
Aber warum ist sie so schweigsam? Wir sondern uns ab, wir zwei. Und plaudern ein wenig. Ich frag sie, ob ich ihr die Schule zeigen soll. Oh ja, das mag sie sehen. Und so nehmen wir uns ganz viel Zeit, den Spielplatz und die Vorschulklassen, alle Grundschulklassen von P1 bis P7 sowie die Bibliothek und die Lehrerzimmer zu besichtigen. Von Raum zu Raum taut sie auf, die kleine Joy. Sie wird die Schule prima hinkriegen.
Kindergeburtstags-Sonntag
Sonntagmorgen um acht Uhr. Es klopft an meiner Tür, und ich werde ganz sicher nicht aufstehen. Toby, der wohl gerade von diesem unbegreiflichen Sonntagfrühmorgensjogging zurückkommt, fängt Bob ab und erfährt von dem Jungen, dass alle Volontäre zum Kindergeburtstag eingeladen sind. Um halb zwei in Haus 10. Nun denn, da marschieren wir gerne hin und feiern mit. Hier bei Kids werden immer mehrere Geburtstage gemeinsam gefeiert. Kein Wunder, bei 8 - 10 Kindern pro Haus. An diesem Sonntagmittag sitzen wir bei bester Bewirtung draussen in einer Rotunda und amüsieren uns mit den Kids - den Babies, den Kleinkindern und den grösseren.
Nora, das ältestes Mädchen bei Kids, ist ein bildhübscher Teenager und kümmert sich rührend um die kleinen Geschwister. Joseph, nicht eingeladen, aber fleissig dabei, schüttet mir die Limo von hinten über T-Shirt und Wickelrock. Henrietta war vorhin nass, scheint aber schon wieder trocken zu sein ... ich muss sie einfach hochheben. Sie ist diejenige, die ich in den Koffer packen würde. Denn sie ist noch so herrlich klein. Elijah-King wär mir viel zu anstrengend, dieses Energiebündel. Kaum ein gutes Foto von ihm hab ich machen können, weil er immer in Bewegung ist. Und der kleine Emmanuel, "Emma", er ist einfach zu drollig. Später stecken ihn seine Geschwister ins neue Outfit, das er zum Geburtstag geschenkt bekommen hat. Zum Reinbeissen. Derweil scheint Sheila auf der Schaukel davonzufliegen. Und Henrietta sammelt auch noch das allerletzte Popcorn auf und steckt es ins Täschchen ihres Kleidchens. Lächelt. Und sogar geredet hat Mademoiselle heute zu mir. Henriettas Gebrabbel, welch ein Geschenk!
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