












Dieser einzigartige Weg zur Schule
... auf dem Schulweg haben Lillian und Harriet Blüten gezupft und sich auf die Wimpern gelegt. Jacky amüsiert sich köstlich.
... ein Aeffchen ganz allein hat mich hoch oben von seinem Baum aus angeguckt. Ehrengarde zur Feier meines letzten Spaziergangs zur Schule?
... so tragen Mütter in Uganda ihr Baby. Auf den Rücken gebunden.
Korbflechterinnen - und Korbflechter
Auf dem Rückweg von der Schule hab ich ein Foto gemacht von der Frau, die mir einen Korb flechtet. Sie macht es so wunderschön. Zufällig hatte ich sie kürzlich korbflechten gesehen und gefragt, ob sie mir einen Korb machen könnte - und gleich zwei bestellt.
Am gleichen Tag hat Lehrerin Zulaika unseren Kids den ersten Nachmittagsclub angeboten zum Thema Korbflechten. Ausgerechnet "The Terrible Two", mein Schatzi Moses mit seinem Freund Kisake, hatten sich zum Club angemeldet. Und waren begeistert dabei. Sinnvoll beschäftigt. Zulaika war's zufrieden!
Die Schulbibliothek!
Sieht sie nicht schön aus, die frisch renovierte Bibliothek? Entrümpelt und geputzt, neu gestrichen in knalligem Blau und Grün, fünf neue Bücherregale massangefertigt, eine neue Anordnung der Regale, um den grossen Raum besser zu nutzen, Leseecken vor den Fenstern, die Bücher sortiert, wunderschöne neue Bücher dazugekauft, sinnvolle Regalbeschriftung. Ich bin mit meinem Werk zufrieden und ich glaube, Lehrer und Schüler auch.
Zwei Tage lang habe ich zur Feier der "neuen" Bibliothek dann einen "Tag der offenen Tür" veranstaltet. Die Kids konnten reinkommen und lesen bzw. Bilder angucken. Hatten sie doch in diesen letzten Tagen vor den Ferien ihre Prüfungen abgelegt, und es gab kein echtes Lehrprogramm mehr. Der Andrang war dementsprechend. Ruckzuck waren alle Tische und Bänke belegt. Von Ruhe keine Spur. Nach kurzer Zeit hab's ich aufgegeben, Ordnung halten zu wollen. Ich hatte zu grosse Massen einströmen lassen. Um 10 Uhr, nach zwei Stunden Bibliothek, hab ich mich gefühlt, als wäre es bereits Mittagszeit, reif für den Abmarsch ...
Hab sie dann kurz rausgeschmissen, um mich (mit starker Erkältung) einigermassen zu regenerieren. Nur einige wenige Bücherwürmer durften schweigend bei mir bleiben. Na also, geht doch. Chaos beseitigen und dann hab ich die übrigen nach und nach wieder reinkommen lassen und meine Regeln klarer kommuniziert, u.a. Ruhe in der Bibliothek!
Komme mir vor wie ein Sheriff - und muss manchmal laut werden, ich kann nicht anders. Wenn trotz mehrmaliger Warnungen doch noch ein Mangoesser mit seinen vor Saft triefenden Händen meint, lesen zu müssen: "Raus, und zwar sofort. Und ich will Dich heut hier nicht mehr sehen." Und dann hab ich gepredigt: "Two fingers." und ihnen immer wieder vorgeführt, wie man die Buchseiten umblättert - sorgfältig mit zwei Fingern und nicht mit der ganzen Patsche-Mangohand.
Wie schön ist es aber doch auch, wenn drei Mädels friedlich gemeinsam und laut miteinander ein Bilderbuch lesen.
Wie schön ist es, wenn eine Schülerin einige Male zu zu mir kommt und fragt, wie man das schwierige Wort in ihrem Buch ausspricht.
Wie schön ist es, wenn selbst unsere Lieben von Kids of Africa ruhig und konzentriert das geliebte Walt-Disney-Buch sorgfältig und mit zwei Fingern umblättern.
Dann freu ich mich.
Teilweise sinnlos
Waida hat mir Zitronen mitgebracht, die ich bestellt hatte, um Vitamin C zu mir zu nehmen. Ich halte eine Zitrone an meine Nase. Rieche nichts. Ich esse ein Stück von der frischen Ananas, spüre die Konsistenz des Fleischs, den Saft. Ich schmecke nichts. Letzte Woche, als eine neue Erkältung ganz plötzlich mit einer totalen Blockade ab Nasenspitze bis zu den Ohren angefangen hatte, hab ich es locker genommen - schliesslich meine vierte Erkältung hier, im Schnitt eine pro Monat. Die Nebenhöhlen sind eine Schwachstelle. Hat mich auch nicht gross beunruhigt, dass mein Geschmacks- und Geruchssinn weg waren. Sowas hatte ich schon, kurzzeitig. Aber nach einer Woche geruchs- und geschmackslos, als dann auch noch Fieber kam, hab ich mal in Zürich Alarm geschlagen und um Aerzterat gebeten.
Mein Medizinkoffer ist wieder zum Einsatz gekommen. Und nach einem Tag schon kamen Geruch und Geschmack vorsichtig und zögerlich wieder zum Vorschein. Nicht immer, aber immer mal wieder. Und immer länger. Gestern morgen war das Zähneputzen so anders. Erst hab ich gar nicht kapiert, was los war: Ich hab die Zahnpasta geschmeckt, das war neu ... wie stark sie war. Kaum zu glauben, dass ich nullkommanix geschmeckt hatte. Anschliessend Duschgel gerochen (hmmm, wie angenehm) ... Haarshampoo (toll) ... vom Geschmack des Schokokeks später ganz zu schweigen ... ganz andere Lebensqualität!
Wieder mal gut, mir bewusst zu machen, wie wichtig die Gesundheit ist. Ich bin dankbar.
Zeugnisse und Ferien!
Am Freitag gab's dann die Zeugnisse - Ende des dritten und letzten Terms. Die Prüfungsnoten und das Urteil der Lehrer haben bestimmt, wer versetzt wird und wer nicht. Spannend ist, dass auch der Wettbewerb gefördert wird: Die Schüler erfahren in ihrem Zeugnis, das wievieltbeste Gesamtergebnis sie haben. Aisha ist Klassenbeste. Wir sind stolz auf sie. Leider müssen ein paar unserer Kinder die Klasse wiederholen, verständlich, dass ihre Stimmung nicht gut ist. Hoffentlich begreifen sie, dass sie sich nächstes Jahr ein bisschen anstrengen müssen. Bei Kids of Africa haben sie alle Möglichkeiten, gut in der Schule zu werden.
Jetzt ist erst mal das Schuljahr zu Ende. Die Ferien beginnen. Erst im Februar werden wieder all die spannenden Dinge des Schulwegs untersucht werden können. Und dann werden viele Kinder der Top Class von Kids of Africa zu den bisherigen Schulkindern von Kids of Africa dazukommen. Eine noch grössere Schar wird dann täglich den wundersamen Schulweg zu All Nations gehen.
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